Donnerstag, 1. Dezember 2016

Erstsemester-Infomarkt WiSe16/17 - Nicht ohne das TTT

Bereits Mitte Oktober nutzte das Tretboot Tuning Team (TTT) die Möglichkeit, Aquila zumindest trockenen Kiels wieder einmal aus der Werkstatt zu entführen. Vor dem Audimax im Hauptgebäude wurde das Tretboot den neuen Erstsemestlern präsentiert.
Aquila präsentiert sich den neugierigen Erstsemestern.
Den neugierigen Studierenden bot sich eine breite Planke verschiedener studentisch organisierter Projektarbeit und Arbeitsgruppen. So setzten wir Aquila selbst in Szene und stellten auch Lattenjammer und Ginger, unsere beiden weiteren Tretboote, in Form von Plakatwänden der Öffentlichkeit vor. Neben unseren leichten Sitzen und Tretböcken, die wir zur Anschauung unmontiert ließen, gab es ebenfalls Videomaterial der letzten Internationalen Tretboot Regatta in Wien zu bestaunen. 
Stand des TTT auf dem Erstsemester Infomarkt.
Zu dieser Wettfahrt kommen alljährlich Studierende aus ganz Europa zusammen und machen in verschiedenen Disziplinen die besten Tretbootbauenden unter sich aus. Mit diesen tollen Eindrücken und dem haptischen Anschauungsmaterial konnten wir viele neue Kommilitonen motivieren und mit ihnen die Begeisterung für die Arbeit in einer studentischen Arbeitsgruppe teilen.Auch denjenigen, die es ganz genau wissen wollten, konnten wir Rede und Antwort stehen, da einige der aktuellen Erbauer Aquilas den Stand betreut haben. Somit gab es Information aus erster Hand zu allen Details, den schweißtreibenden aber auch heiteren Stunden auf unserer kleinen Werft.
Diese rundum gut organisierte Veranstaltung gab uns Aufwind für die anstehende Saison und wir freuen uns, bald frische Kraft in den Reihen des TTT begrüßen zu dürfen.

Freitag, 4. November 2016

Getauft: Aus TUBoot wird Aquila

Der für das Wandertretboot geführte Projektname TUBoot gehört nun der Vergangenheit an. Das Boot kann beim Namen genannt werden: Aquila. Zur Namensfindung existieren mittlerweile mehrere Legenden.
  • Die jüngeren Tretboote des Tretboot Tuning Teams Berlin (TTT) haben grundsätzlich ein alkoholisches Getränk im Namen.
  • Die Ausdauer, Leichtigkeit, Schnelligkeit und Freiheit eines Adlers sind die Eigenschaften, die das Tretboot verkörpern soll.
Erfolgreiche erste Probefahrt nach den Umbauten.

Sonntag, 12. Juni 2016

Tretboote auf der Langen Nacht der Wissenschaften 2016

Zur Langen Nacht der Wissenschaften öffnen die Berliner Hochschulen alljährlich die Pforten, um ihre Projekte, Fachgebiete und Studiengänge vorzustellen.
Sonst traditionell auf der Schleuseninsel vor der VWS beheimatet, hat das Tretbootteam sein Lager wie letztes Jahr wieder im Hauptgebäude vor dem Audimax aufgeschlagen. Dieses Mal jedoch noch prominenter, da wir von der 2. Ebene auf den wahrscheinlich prominentesten Stand der LNdW im Erdgeschoss umziehen durften.
Das ist für uns eine schöne Gelegenheit, vielen interessierten Menschen unsere Sponsoren als Unterstützer zu erwähnen, während wir die Entstehungsgeschichte unseres Wandertretboots erläutern.


Sechs tapfere Tretbootler haben sich dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben, den Heerscharen von Schaulustigen die Historie des Teams, die ehemaligen und aktuellen Tretboote und auch den Studiengang der Schiffs-und Meerestechnik vorzustellen. Nicht nur die ständig herausfordernde Lattenjammerlogistik wurde gemeistert, auch die Aufmachung des Standes wurde fleißig vorbereitet. So haben wir mit Scheinwerfern unsere Boote in schmeichelhaftes Licht gerückt, mit Plakaten die nicht anwesenden Boote und das Tretbootteam vorgestellt und über einen Fernseher Videos aus der Werkstatt, von den Tretbootregatten und aus dem Schleppkanal gezeigt. Dies unterstützte uns auch bei der Veranschaulichung unserer Erklärungen.

Insgesamt lässt sich resümieren, dass viele Menschen, die Tretboote bisher nur als Badeplattformen kannten, nun ein differenzierteres Bild unseres Hobbys haben. Uns ist viel Interesse entgegengebracht worden. Besonders unsere superleichten Kohlefasersitze stießen auf Erstaunen.
Die Kinder, die im Lattenjammer Platz nehmen durften, sind vielleicht die Tretbootbauer von morgen.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Das Wandertretboot auf Jungfernfahrt

Nach einem intensiven Semester des eifrigen Werkelns an der Einrichtung und Ausrüstung des Reisetretboots sollte nun im Rahmen der "Internationalen Tretbootregatta" in Wien die Jungfernfahrt erfolgen. Die Tretbootregatta bietet die Gelegenheit, sich vier Tage lang ohne größere Ablenkung dem Boot zu widmen. Bis wenige Stunden vor der Abfahrt war ein Großteil der Teammitglieder in einer Nachtschicht mit dem probeweisen Zusammenbau und der Feinabstimmung der Komponenten beschäftigt.



In Wien angekommen, wurde auch sogleich mit der Montage des Antriebsstrangs begonnen, so dass noch am Abend des Ankunftstages das Boot zu Wasser gelassen werden konnte. Trotz der nicht unterbotenen Gewichtsgrenze von 50 kg konnte das Gefährt zu zweit zum Steg transportiert und gewassert werden, was selbst bei den oft auf Leichtbau getrimmten Renntretbooten eine absolute Seltenheit, wenn nicht sogar ein Novum, ist.


Bei der ersten Fahrt fiel gleich positiv auf, dass das Boot aufrecht und auf der berechneten Wasserlinie schwimmt und auch mit Besatzung einigermaßen stabil ist. Durch die als Rundspant ausgelegte Rumpfform ist die Anfangsstabilität nicht überragend, aber nach einer Gewöhnungsphase fühlt sich der Treter doch recht sicher.

Jedoch haben wir auch viele Verbesserungsmöglichkeiten ausmachen können. Die Propulsions- und Manövrierorgane müssen größer ausgelegt werden, um die eingesetzte Kraft ins Wasser und diese dann navigatorisch auch unter Kontrolle bringen zu können. Die Tretböcke müssen steifer ausgelegt werden, um dem Zahnriemen eine genaue Kettenlinie zu ermöglichen. Die Sitze müssen in der Anstellung angepasst werden, damit eine angenehme Haltung während der Fahrt gewährleistet ist.

Nach dem Langstreckentest über ca. eine Stunde Fahrzeit wurde der Tretwiderstand als etwas zu hoch bemängelt. Nach Rücksprache mit unserem Getriebesponsor ATEK haben wir die Dichtungen entfernt und damit sogleich einige Prozente beim Antriebsstrangverlust eingespart.

Abschließend kann festgehalten werden, dass auf den vier Tagen der Regatta wichtige Beobachtungen gemacht und viele Lehren gezogen werden konnten. Gerade in den Detaillösungen offenbarten sich weitere Potenziale, um das Wandertretboot noch besser zu machen. Gerade auch der Austausch mit Studierenden der anderen teilnehmenden Universitäten liefert dabei neue Anregungen und Varianten, die alle in die Arbeit in den nächsten Wochen und Monaten einfließen werden.

Samstag, 21. Mai 2016

Kurz vor dem Stapellauf

Schon wieder ist ein sehr geschäftiger Monat in der Werkstatt vergangen.

Die Getriebe, die uns von der Firma ATEK gesponsert wurden, sind mit einer 3D-gedruckten Halterung versehen (Dank an Bernd Muschard, FabLab) in den Antriebsstrang eingefügt worden.

Weitere Fortschritte:
- Sitzschalen und Tretböcke sind laminiert und nachbearbeitet worden
- das Boot hat eine für die Torsionssteifigkeit sehr wichtige obere Gurtung bekommen
- die Decks sind eingeklebt worden
- die Lenkeinrichtung wurde gefertigt
- ein Wellenbrecher hält das Bootsinnere weitestgehend trocken
- Decks und Reling wurden lackiert, um das Laminat vor UV-Strahlung zu schützen

Beim bloßen Lesen dieser Arbeitsschritte wird nicht klar, wieviele Details auszutüfteln und umzusetzen sind. Viele engagierte Studentinnen und Studenten arbeiten jeden Tag daran, den Traum von der Jungfernfahrt auf der nächsten Internationalen Tretbootregatta in Wien Wirklichkeit werden zu lassen. Dennoch sind noch tausende kleine Handgriffe zu erledigen, sodass wir bis zur Abfahrt mit der Fertigstellung des Boots zu tun haben werden.

Am Montag wird das dann hoffentlich fertige Boot auf den Anhänger verladen, um am Dienstag Richtung Süden aufzubrechen. Von Mittwoch bis Sonntag findet dort auf der Donauinsel die jährliche IWR statt (www.iwr2016.at). Das Berliner Team wird mit drei Booten und 11 TeilnehmerInnen vor Ort sein.

Nach kleineren Reparaturen, Anpassungen und Verbesserungen soll das Boot im Juni seine standesgemäße Taufe erhalten. Weitere Details folgen dann hier.

Freitag, 22. April 2016

Update: Emsiges Treiben in der Projektwerkstatt

In der Werkstatt werden zur Zeit die Decks einlaminiert, die Sitze montiert und die Tretbockform gefräst.

Der zuletzt vorgestellte Wellenbock hat seine Gewinde eingeklebt bekommen, hier sind nun noch verstärkende Laminierarbeiten zu erledigen.

Das Ruder erhielt die Bohrung für die Welle, der Ruderquadrant und die Einbaukonfiguration für den Rumpf sind ebenfalls in Arbeit. Auch hier muss noch einiges 3D-gedruckt und laminiert werden.

Die Drehbank erwartet neue Aufgaben mit der zu erledigenden Fertigung der Antriebswellen und der Adapter zwischen Getriebeeingang und Ritzel.

Weiterhin sind die preisintensiven Komponenten des Antriebsstrangs bestellt und sollten in der nächsten Woche eintreffen. Die Kosten dafür können wir durch die freundliche finanzielle Unterstützung der "Gesellschaft zur Förderung der Schiffbau-Versuchsanstalt Potsdam e.V." stemmen. Die von der Firma ATEK gesponserten Getriebe werden ebenfalls sehnsüchtig für die nächsten Tage erwartet.

Unsere Unterstützer sind in der entsprechenden Kategorie hier im Blog aufgelistet.


Dienstag, 22. März 2016

Multifunktionswellenbock statt Düse

Nach langen Überlegungen und Berechnungen haben wir uns gegen eine anfänglich angedachte Kortdüse  entschieden. Stattdessen kommt jetzt die neue Wellenbockkonstruktion unter den Rumpf. Der Wellenbock erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig. Die erste ist ist die Naheliegendste, die Lagerung der Welle. Zudem schützt er den Propeller aber auch vor Kollisionen, ist hinterer Auflagerpunkt des Boots außerhalb des Wassers und der Propeller wird besser angeströmt, da der Propellernabendurchmesser ziemlich groß ist.



Der Kern des Wellenbocks wird derzeit im FabLab von Bernd Muschard ( http://www.cubefactory.org/ ) gedruckt. Anschließend wird er in unserer Werkstatt noch einmal laminiert um ausreichend Festigkeit zu gewährleisten. 

Freitag, 18. März 2016

Bodenwrangen eingebaut

Nachdem die Bodenwrangen im CAD-Modell positioniert wurden, konnten wir sie in unserer Fräse, aus einer zuvor laminierten Sandwich-Platte, fräsen. Dank unserer präzisen Konstruktion und Fertigung passen diese auch wie maßgeschneidert in unseren Rumpf.



 In der Montage freut man sich darüber sehr, wenn zeitraubende und unangenehme Schleifarbeiten ausbleiben. Die Aluprofile, auf denen später sämtliche Ausrüstungskomponenten angebracht sind, können ohne großes Nachjustieren auf die Bodenwrangen geklebt werden.


Freitag, 4. März 2016

Bequeme und trotzdem ultraleichte Sitze

Die ergonomische Kontur der neuen Sitze stammt von unserem alten Regatta-Boot "Ginger", in denen man relativ angenehm sitzt. Relativ, da sie in unserem Regattaboot sehr schmal gehalten wurden, denn hier stand nicht der Komfort, sondern möglichst viel Gewichtsersparnis im Vordergrund.  In unserem Wandertretboot versuchen wir immer einen Kompromiss aus beidem zu realisieren. Daher haben wir die Sitze verbreitert , denn ein paar Gramm mehr trägt der Wasserwanderer später bestimmt gerne, wenn er sich dafür den Rest des Tages gemütlich in seine Sitzschale zurücklehnen kann. Um das Gewicht trotzdem gering zu halten haben wir die Sitzschalen in Ultraleicht-Bauweise gefertigt.

Sitzschale aus Kohlefaser

Vakuumverfahren



3D Scans Sitzform

Nachdem die neue Sitzform fertig gestellt wurde, haben wir die Kontur mithilfe eines 3D-Scanners aufgenommen und mit entsprechender Software zusammengefügt. Das 3D-Modell konnte nun in einem CAD-Programm geöffnet werden, um die Stützen des Sitzes damit zu konstruieren. Diese werden in den kommenden Tagen von unserer Fräse in Form gebracht.



Wir bedanken uns bei Bernd Muschard vom PTZ, der uns seine unterschiedlichen 3D-Scanner zur Verfügung gestellt hat.

Mittwoch, 13. Januar 2016

Schleppversuche in der VWS

Mitte Dezember hatten wir die Möglichkeit, den Positivkern des Tretboots in der ehemaligen Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau auf der Schleuseninsel im Großen Tiergarten zu schleppen.

Dafür wurde der Kern genutzt, da sich der Prototyp noch in der Negativform befindet und der ungleich schwerere Kern weniger Ballastierung erfordert. Nach einem relativ unkomplizierten Versuchsaufbau konnten auch schon die ersten Fahrten absolviert werden.

Die erzielten Ergebnisse werden zur Zeit mit den Vorhersagen aus Potentiallöseralgorithmen und CAD-Berechnungen verglichen.

Das folgende Video zeigt die Wellenbildausprägung bei einer Geschwindigkeit von etwa 8 Knoten,.


Unser Dank gilt den Fachgebieten EBMS und DMS, die uns die Schleppversuche ermöglicht haben.